Warum weichen Rechnerergebnisse von Bankangaben ab?
Rechnerergebnisse weichen von Bankangaben ab, weil der Zinseszinsrechner und der Sparplanrechner mit einem einzigen, über die gesamte Laufzeit konstanten Zinssatz rechnen, während reale Bankzinsen und Marktrenditen sich laufend ändern.
Der Zinseszinsrechner und der Sparplanrechner nehmen genau einen Prozentsatz entgegen und wenden ihn unverändert auf jedes Jahr beziehungsweise jeden Monat der Laufzeit an. Eine Bank oder ein Depot erlebt über zehn, zwanzig oder dreißig Jahre dagegen fast immer wechselnde Leitzinsen, Marktphasen und – bei Fonds oder Aktien – schwankende Kurse. Das Rechnerergebnis ist damit ein Modellwert für einen angenommenen Durchschnittszins, keine Prognose für einen bestimmten Bankvertrag oder ein bestimmtes Depot.
Hinzu kommt die Zinsmethode: Der Zinseszinsrechner schreibt Zinsen einmal jährlich gut, der Sparplanrechner monatlich. Manche Banken verzinsen dagegen taggenau oder buchen Zinsen erst zum Jahresende, statt sie laufend zum wachsenden Kapital zu addieren. Schon diese unterschiedlichen Rundungs- und Gutschriftregeln erklären kleinere Abweichungen, selbst bei identischem Nominalzins.
Zwei weitere Effekte kommen in der Praxis hinzu, hier nur benannt statt erneut erklärt: Die Rechner zeigen Brutto-Werte vor der Abgeltungssteuer. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben Depotkosten und Fondsgebühren. Wie sich die unterschiedliche Verzinsung von Zinseszins- und Sparplanrechner untereinander auswirkt statt gegenüber der Realität, erklärt die FAQ Was bedeutet unterjährige Verzinsung?.