Zinseszinsrechner
Berechne, wie dein Kapital mit Zinseszins über die Jahre wächst – mit Endkapital, Zinsertrag und nachvollziehbarer Formel.
So funktioniert der Zinseszinsrechner
Der Rechner ermittelt aus Startkapital, Zinssatz und Laufzeit, wie sich dein Geld entwickelt, wenn die Zinsen jedes Jahr wieder mitverzinst werden. Genau dieser Effekt — Zinsen auf Zinsen — macht langfristiges Sparen so wirkungsvoll.
Die Formel
Das Endkapital berechnet sich nach der Zinseszinsformel:
Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz ÷ 100) ^ Jahre
Ein Startkapital von 10.000 € wächst bei 4 % pro Jahr in 10 Jahren auf
10.000 × 1,04^10 ≈ 14.802 €. Der Zinsertrag von rund 4.802 € liegt deutlich
über den 4.000 €, die bei einfacher Verzinsung zusammenkämen — die Differenz
ist der Zinseszinseffekt.
Warum die Laufzeit entscheidend ist
Der Zinseszinseffekt wirkt exponentiell: In den ersten Jahren ist der Unterschied zur einfachen Verzinsung klein, nach 20 oder 30 Jahren wird er gewaltig. Wer früh anfängt, profitiert überproportional. Wie stark regelmäßige Einzahlungen wirken, zeigt der Sparplanrechner. Feste Nachschlagewerte für 1 % bis 12 % stehen in der Tabelle zur Verdopplungszeit nach Zinssatz.
Für die Altersvorsorge ist ein Einmalbetrag oft nur ein Teil des Szenarios. Der Rentenlücke-Rechner verbindet erwartete gesetzliche Rente, gewünschtes Alterseinkommen, vorhandenes Startkapital und laufende Sparrate in einer gemeinsamen Rechnung.
Was der Rechner nicht berücksichtigt
Steuern auf Kapitalerträge, Depotgebühren und schwankende Renditen bleiben außen vor. Auch ein noch freier Sparerpauschbetrag kann den späteren Netto-Ertrag beeinflussen; der Rechner bildet diesen Freibetrag nicht ab. Auch die Inflation schmälert die reale Kaufkraft des Endkapitals — das zeigt der Inflationsrechner; wie sich Steuer und Inflation zusammen auf die Rendite auswirken, erklärt die FAQ Wie berechnet man die Rendite nach Steuern und Inflation?.
Laufende Entnahmen verändern die Rechnung deutlich: Für die Auszahlphase aus vorhandenem Kapital ordnet der Ratgeber Entnahmeplan berechnen Kapitalverzehr, Kapitalerhalt und konstante Renditeannahmen ein; mit eigenen Zahlen durchrechnen lässt sich das direkt im Entnahmeplan-Rechner.
Häufige Fragen
Wie funktioniert der Zinseszinseffekt?
Beim Zinseszinseffekt werden gutgeschriebene Zinsen im Folgejahr mitverzinst. Dein Kapital wächst dadurch nicht linear, sondern exponentiell: Aus 10.000 € werden bei 4 % im ersten Jahr 10.400 €, im zweiten Jahr wird bereits auf 10.400 € verzinst — und so weiter.
Je länger die Laufzeit, desto stärker der Effekt. Nach 10 Jahren liegt das Kapital bei rund 14.802 €, nach 30 Jahren bei über 32.400 € — mehr als das Dreifache des Startkapitals, ohne eine einzige weitere Einzahlung.
Die kurze Begriffsdefinition steht im Glossar unter Zinseszins; durchrechnen kannst du den Effekt im Zinseszinsrechner.
Was ist die 72er-Regel?
Die 72er-Regel ist eine Faustformel für den Zinseszins: Teile 72 durch den Zinssatz, und du erhältst ungefähr die Anzahl der Jahre, in denen sich dein Kapital verdoppelt.
Bei 4 % Zinsen verdoppelt sich dein Geld also in etwa 72 ÷ 4 = 18 Jahren, bei 8 % schon in rund 9 Jahren. Die Regel ist eine Näherung — für Zinssätze zwischen 2 % und 10 % ist sie aber erstaunlich genau und ideal zum Überschlagen im Kopf.
Wie stark die Näherung je Zinssatz abweicht, zeigt die Tabelle zur Verdopplungszeit nach Zinssatz.
Was ist die Abgeltungssteuer und wie mindert sie Zinserträge?
Die Abgeltungssteuer ist die Einkommensteuer auf viele private Kapitalerträge in Deutschland, etwa Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne. Bei deutschen Banken wird sie in vielen Standardfällen als Kapitalertragsteuer direkt einbehalten.
Für die Nutzung des Zinseszinsrechners und des Sparplanrechners heißt das: Die Rechner zeigen Brutto-Werte vor Steuern. Wenn aus dem berechneten Zinsertrag tatsächlich Kapitalerträge zufließen, kann der Netto-Betrag niedriger sein. Ob und wie viel Steuer anfällt, hängt unter anderem vom genutzten Sparerpauschbetrag, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag und deiner individuellen Steuersituation ab.
Stand 18. Juli 2026 nennt § 32d EStG für Einkünfte aus Kapitalvermögen einen besonderen Steuertarif von 25 %. § 43a EStG beschreibt für viele Kapitalerträge ebenfalls 25 % Kapitalertragsteuer. Das ist aber kein Netto-Rechner: Spezialfälle wie Investmentfonds, ausländische Quellensteuer, Verlustverrechnung oder Kirchensteuerdetails werden hier nicht berechnet.
FinanzTools ersetzt keine Steuerberatung. Die FAQ soll nur einordnen, warum eine nominale Rendite und ein Brutto-Rechnergebnis nicht automatisch deinem späteren Netto-Ertrag entsprechen. Wer Steuer und Inflation gemeinsam auf die Rendite umrechnen will, findet die Gesamtrechnung in der FAQ Wie berechnet man die Rendite nach Steuern und Inflation?. Für die Besteuerung der gesetzlichen Rente selbst – ein anderer Steuertatbestand als Kapitalerträge – siehe die FAQ Wie wird die gesetzliche Rente versteuert?.
Was ist der Sparerpauschbetrag?
Der Sparerpauschbetrag ist ein pauschaler Freibetrag für private Kapitalerträge in Deutschland. Bis zu dieser Grenze werden zum Beispiel Zinsen oder bestimmte andere Kapitalerträge nicht mit Abgeltungssteuer belastet.
Stand 18. Juli 2026 nennt § 20 Abs. 9 EStG einen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person. Für zusammen veranlagte Ehegatten gilt dort ein gemeinsamer Betrag von 2.000 €. Der Betrag wird nicht zusätzlich zu tatsächlichen Werbungskosten angesetzt; er ist die pauschale Regel für Kapitalerträge.
Mit einem Freistellungsauftrag teilst du einer Bank mit, bis zu welchem Betrag sie Kapitalerträge ohne Kapitalertragsteuer-Abzug auszahlen soll. Wenn du mehrere Banken nutzt, kann der Betrag verteilt werden. Diese FAQ gibt dafür keine individuelle Empfehlung, weil die passende Aufteilung von deinen Konten, Depots und Erträgen abhängt.
Der Sparplanrechner und der Zinseszinsrechner rechnen weiterhin brutto. Ein noch freier Sparerpauschbetrag kann dein reales Netto-Ergebnis verbessern, wird aber nicht automatisch im Rechner abgezogen oder optimiert. Für den Steuerabzug auf Kapitalerträge passt als Anschlussfrage die FAQ Was ist die Abgeltungssteuer?. Der Ratgeber Sparplan anlegen hilft bei der Sparplan-Grundstruktur. Wer Steuer und Inflation gemeinsam auf die Rendite umrechnen will, findet die Gesamtrechnung in der FAQ Wie berechnet man die Rendite nach Steuern und Inflation?.
Was bedeutet unterjährige Verzinsung?
Unterjährige Verzinsung bedeutet, dass Zinsen nicht erst am Jahresende, sondern in kürzeren Abständen innerhalb des Jahres gutgeschrieben und ab diesem Zeitpunkt selbst mitverzinst werden.
Genau darin unterscheiden sich die beiden Rechner. Der Zinseszinsrechner verzinst jährlich: Endkapital = Startkapital × (1 + Zinssatz ÷ 100) ^ Jahre. Der Sparplanrechner verzinst dagegen monatlich – der Jahreszins wird durch 12 geteilt (r = Jahreszins ÷ 100 ÷ 12) und über die entsprechende Monatszahl angewendet (n = Jahre × 12).
Wie stark sich allein die Verzinsungsperiode auswirkt, zeigt ein Beispiel mit identischem Nominalzins: 10.000 € Startkapital, 4 % pro Jahr, 10 Jahre Laufzeit. Jährlich verzinst (Zinseszinsrechner-Formel) ergibt sich ein Endkapital von rund 14.802 €. Monatlich verzinst mit demselben Nominalzins – also 10.000 € × (1 + 0,04 ÷ 12)^120 – wächst das Kapital auf rund 14.908 €, rund 106 € mehr. Der Unterschied entsteht, weil bei monatlicher Verzinsung die einzelnen Zinsgutschriften früher ins Kapital einfließen und dadurch selbst schneller mitverzinst werden.
Für einen Einmalbetrag ohne laufende Einzahlungen ist deshalb der Zinseszinsrechner die richtige Wahl, für eine monatliche Sparrate der Sparplanrechner. Wie sich der reine Zinseszinseffekt bei jährlicher Verzinsung eines Einmalbetrags auswirkt, erklärt die FAQ Wie funktioniert der Zinseszinseffekt? – dort ohne Periodenvergleich.
Wann nehme ich den Sparplan- und wann den Zinseszinsrechner?
Für einen Einmalbetrag ohne weitere Einzahlungen ist der Zinseszinsrechner richtig, für laufende Einzahlungen der Sparplanrechner. Der Sparplanrechner passt auch, wenn du einen Zielbetrag vorgibst und daraus die rechnerisch nötige Monatsrate ableiten willst.
Der Unterschied liegt an den Eingabefeldern: Der Zinseszinsrechner kennt nur ein Startkapital, das über die Laufzeit wächst, aber keine laufende Sparrate. Der Sparplanrechner führt die monatliche Rate als Pflichtfeld, das Startkapital dagegen nur optional mit – er deckt damit auch den Fall ab, in dem bereits etwas angespart ist und zusätzlich regelmäßig eingezahlt wird.
Genau dieser Kombinationsfall macht den Sparplanrechner zur allgemeineren Rechnung: Trägst du sowohl ein Startkapital als auch eine laufende Rate ein, verzinst er beide Beträge gemeinsam bis zum Laufzeitende. Der Zinseszinsrechner kann die laufende Rate gar nicht abbilden – reine Einmalanlagen sind dort aber übersichtlicher dargestellt.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Verzinsung selbst: Die beiden Rechner rechnen nicht in denselben Zeitabständen, was bei einem direkten Vergleich zweier Varianten zu leicht abweichenden Endkapitalien führt – näher erklärt in der FAQ Was bedeutet unterjährige Verzinsung?. Steht die Wahl fest und passt der Sparplanrechner, hilft für die passende Höhe der Rate die FAQ Wie viel sollte man monatlich sparen?. Wer sich für einen Sparplan entscheidet, findet die nächsten Schritte im Ratgeber Sparplan anlegen – so geht’s.
Warum weichen Rechnerergebnisse von Bankangaben ab?
Rechnerergebnisse weichen von Bankangaben ab, weil der Zinseszinsrechner und der Sparplanrechner mit einem einzigen, über die gesamte Laufzeit konstanten Zinssatz rechnen, während reale Bankzinsen und Marktrenditen sich laufend ändern.
Der Zinseszinsrechner und der Sparplanrechner nehmen genau einen Prozentsatz entgegen und wenden ihn unverändert auf jedes Jahr beziehungsweise jeden Monat der Laufzeit an. Eine Bank oder ein Depot erlebt über zehn, zwanzig oder dreißig Jahre dagegen fast immer wechselnde Leitzinsen, Marktphasen und – bei Fonds oder Aktien – schwankende Kurse. Das Rechnerergebnis ist damit ein Modellwert für einen angenommenen Durchschnittszins, keine Prognose für einen bestimmten Bankvertrag oder ein bestimmtes Depot.
Hinzu kommt die Zinsmethode: Der Zinseszinsrechner schreibt Zinsen einmal jährlich gut, der Sparplanrechner monatlich. Manche Banken verzinsen dagegen taggenau oder buchen Zinsen erst zum Jahresende, statt sie laufend zum wachsenden Kapital zu addieren. Schon diese unterschiedlichen Rundungs- und Gutschriftregeln erklären kleinere Abweichungen, selbst bei identischem Nominalzins.
Zwei weitere Effekte kommen in der Praxis hinzu, hier nur benannt statt erneut erklärt: Die Rechner zeigen Brutto-Werte vor der Abgeltungssteuer. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben Depotkosten und Fondsgebühren. Wie sich die unterschiedliche Verzinsung von Zinseszins- und Sparplanrechner untereinander auswirkt statt gegenüber der Realität, erklärt die FAQ Was bedeutet unterjährige Verzinsung?.